[Rezension] Firelight 01 – Brennender Kuss von Sophie Jordan

rezension


Cover: Brennender Kuss | Sophie JordanDie Autorin: Sophie Jordan

Die Übersetzerin: Julia Sroka

Originaltitel: Firelight (Firelight #1)

Dt. Reihentitel: Firelight

Dt. Titel: Brennender Kuss

Band: 1/3

Dt. Erstausgabe: 01.08.2011

Verlag: Loewe

Altersempfehlung: 13 – 16 Jahre

LESEPROBE

Als sie Will zum ersten Mal sieht, flieht Jacinda vor dem Jungen mit den haselnussbraunen Augen. Denn sie hat ein Geheimnis: Sie ist eine Draki, ein Mädchen, das sich in einen Drachen verwandeln kann. Nur in ihrem Rudel, hoch oben in den Bergen, glaubt sich Jacinda sicher. Sicher vor den Drachenjägern, die es auf ihre schillernde Haut und ihr purpurfarbenes Blut abgesehen haben. Doch im Rudel braut sich Unheil zusammen. Hat es damit zu tun, dass Jacinda den gut aussehenden Cassian, den zukünftigen Leitdrachen, heiraten soll? Ihre Mutter verschweigt ihr etwas, als sie bei Nacht und Nebel das Dorf verlassen. Todunglücklich beginnt Jacinda ein neues Leben. Da trifft sie Will wieder und Hals über Kopf verliebt sie sich in ihn. Aber ihre Liebe darf nicht sein – denn Will ist ein Drachenjäger.


INHALT


Sophie Jordan’sFirelight – Brennender Kuss“ handelt von einem jungen Mädchen namens Jacinda. Doch sie ist kein gewöhnliches Mädchen, sondern eine Draki.
Draki sind entfernte Verwandte der Drachen, was ihnen die Möglichkeit gibt, sich in ein dem Drachen ähnlichem Wesen zu verwandeln. Doch Jacinda ist sogar innerhalb ihres Rudels etwas besonderes, denn sie ist seit Jahrhunderten die erste Feuerspeierin. Als solche wird sie dem Sohn ihres Anführers versprochen, um ihre Gene möglichst sinnvoll zu nutzen..
Als sie eines Tages beinahe von menschlichen Jägern gefangen wird, wird sie ausgerechnet von einem der ihren gerettet – von einem Jungen namens Will. Dieser geht ihr nicht mehr aus dem Kopf, obwohl sie doch gerade ganz andere Sorgen hat: nicht nur, dass sie soeben fast getötet worden wäre, jetzt muss sie auch noch vor ihrem eigenen Rudel fliehen, da diese ihr buchstäblich die Flügel stutzen wollen.
Sie flieht mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Tamra in eine Stadt mitten in der Wüste. Dort sollen die anderen Drachen sie nicht finden können, aber eigentlich geht es darum, dass Jacindas Draki in dieser unwirtlichen Gegend sterben soll, sodass sie ganz Mensch und somit uninteressantfür das Rudel wird. Als alle Hoffnung vergebens scheint, trifft sie Will und verliebt sich auf der Stelle in ihn. Dabei ist er doch der Feind, oder nicht?


DIE CHARAKTERE


Jacinda ist die Protagonistin und dabei etwas ganz besonderes: eine feuerspeiende Draki. Aufgewachsen in ihrem Rudel, kann sie sich ein anderes Leben gar nicht mehr vorstellen. Und das, obwohl sie gegen ihren Willen dem Sohn ihres Anführers versprochen wurde. Ihre rebellische Ader veranlasst sie jedoch dazu, einen Flug im Tageslicht zu unternehmen, bei dem sie fast getötet wird. Daraufhin sollen ihr zur Strafe die Flügel gestutzt werden, was gleichzeitig dem Schutz ihrer kostbaren Gene dienen soll. Um ihre Tochter zu schützen, zieht Jacindas Mutter mit ihren beiden Mädchen in die Wüste. Dort leidet Jacinda’s Draki so sehr unter der Trockenheit und der Hitze, dass er langsam aber sicher stirbt. Jacinda leidet darunter so stark, dass sie freiwillig jede Strafe über sich ergehen lassen würde, um ihren Draki zu retten, denn nichts bedeutet ihr mehr als das.

Tamra ist Jacinda’s Zwilling und im Gegensatz zu ihrer Schwester eher vom Schicksal bestraft als beschenkt. Sie stammt zwar aus derselben Blutlinie, aber kann sich nicht verwandeln. Dadurch ist sie nicht mehr als ein Mensch und somit die völlige Außenseiterin ihres Rudels. Zu allem Überfluss wurde ihre Schwester auch noch dem Draki versprochen, den Tamra von klein an liebt. Ihr Leben ist geprägt von Missachtung und Neid – bis zu dem Tag, an dem sie das Rudel verlassen. Anders als bei Jacinda, ist es für Tamra die perfekte Chance, um glücklich zu sein. Sie gliedert sich auch sofort in der Gesellschaft ein und hat keinerlei Verständnis für ihre Schwester, die langsam aber sicher zugrunde geht. So scheint es, dass das Glück der einen Schwester nur im Austausch für das Leid der anderen möglich ist..

Jacindas Mutter hat eine ganz schwierige Rolle. Der Leser versteht zwar die Motive, aber nichtsdestotrotz wird sie einem unsympathisch.
Sie liebt ihre Kinder und ist durchaus bereit, Risiken für ihre Mädchen einzugehen, doch ist sie diejenige, die die Entscheidung fällt, in die Wüste zu ziehen, um Jacindas Draki sterben zu lassen. Auch wenn sie das nur tut, damit Jacinda ein normales und vor allem gefahrloses Leben führen kann, so ist es doch eine radikale Entscheidung. Bedenkt man den Freiheitsdrang und die hingebungsvolle Liebe zu ihrem Draki, ist es die reinste Folter für unsere Protagonistin.

Will ist der Protagonist in Firelight. Neben der Tatsache, dass er der Romeo für unsere Julia ist, ist er ein Drachenjäger – und zwar nicht irgendwer, sondern der beste Fährtenleser seit Generationen. Da ist der Vergleich mit Romeo doch recht passend, nicht wahr?
Jacinda und Will fühlen sich seit ihrer ersten Begegnung zueinander hingezogen. Kein Wunder: immerhin hat er sie vor seiner Familie bewahrt, indem er die Jäger auf eine andere Fährte gebracht hat. Außerdem hat er sie als „wunderschön“ bezeichnet – wieso sollte ein Jäger wohl so was tun?
Alles in allem bringt er alles mit, was ein guter Protagonist braucht. Er sieht gut aus, hat definitiv den nötigen Sexappeal, ist dabei aber maskulin und hat eine düstere, geheimnisvolle Seite, die ihn unnahbar erscheinen lässt. Genau genommen ist das alles aber ziemlich nebensächlich. Er könnte wohl auch aussehen wie ein Fisch, denn er schafft etwas, das keiner sonst kann: er erweckt Jacindas Draki immer wieder zum Leben. Er vitalisiert sie mehr als jeder Edelstein und wird somit zu ihrer Oase in dieser trostlosen Wüste.


MEINE MEINUNG


Anhand der Zeit, die ich für ein Buch brauche, sieht man immer am besten, ob es mir gefallen hat oder nicht. Dass ich Firelight innerhalb eines Tages durch hatte, spricht ja wohl für sich – und das, obwohl ich am Anfang des Buches noch etwas ganz anderes gedacht habe.

Aber ich überspringe einen Schritt, fangen wir also beim Cover an:

Der Buchumschlag zeigt einen Ausschnitt von dem Gesicht einer wunderschönen Rothaarigen (ich bin mir ziemlich sicher, dass das Jacinda darstellt), die dabei ist, sich in einen Draki zu verwandeln. Dies erkennt man daran, dass sich ihre Pupillen zu vertikalen Schlitzen verengt haben und ihre Haut um die Augen herum einen rotgoldenen Glanz bekommt, weil sich langsam die Schuppen bilden.
Ich liebe dieses Bild. Meiner Meinung nach ist es eines der wunderschönsten Cover, die ich je gesehen habe und selbst wenn die Handlung für mich uninteressant gewesen wäre, hätte ich es mir vermutlich gekauft.

Zum Glück ist auch die Handlung alles andere als lahm. Wenn auch nicht völlig unbekannt, so fesselt einen das Buch und man liest es schnell weg. Genug Probleme gibt es ja zu lösen: ein Rudel, das einen bestraft, wenn man zurückkehren würde, das sie aber auch gleichzeitig verfolgt; eine Umgebung, die ein Teil ihres Wesens tötet; in einer Stadt, die voll von Jägern ist, die aber gleichzeitig die womöglich einzige Chance zu überleben sind.

Als wäre das nicht genug, hängt der Haussegen schief. Die Beziehung der Zwillinge, die dadurch zerstört wurde, dass Jacinda ein Feuerdraki ist, wohingegen sich Tamra gar nicht verwandeln kann und zu allem Überfluss noch die Mutter, die sich entscheiden muss, welchem Kind sie helfen soll.
Alle Familienmitglieder leiden auf irgendeine Art in diesem Buch, was sie zu Handlungen zwingt, die polarisieren. Jeder von ihnen ist sowohl sympathisch als auch unsympathisch und der subjektive Betrachter muss entscheiden, für wen sein Herz schlägt. Dabei ist es nicht ausgeschlossen, dass die Protagonistin tatsächlich nicht automatisch den Leser für sich gewinnt.

Die Romanze zwischen Will und Jacinda, die, typisch für einen Jugendroman, sehr flach ausfällt, entwickelt sich viel zu schnell. Natürlich ist es auch nichts neues, das sich der Jäger in das Opfer verliebt und magische Anziehungen kennen wir ja auch schon. Nichtsdestotrotz hab ich auch schon schlechtere Liebesgeschichten gelesen und altbekannte Dinge sind ja nicht automatisch schlecht.

Das einzige, was mich wirklich gestört hat, war die Tatsache, dass ich mir nicht vorstellen konnte, wie die Drakis aussehen. Das hat mich in den Wahnsinn getrieben! Wenn ich ein Buch lese, läuft in meinem Kopf ein Film ab und wenn ich einen Autor erwische, der nicht sonderlich bildhaft schreibt, dann lass ich meiner Fantasie eben freien Lauf, aber hier funktionierte das absolut nicht. Ich will nicht den Schreibstil von Sophie Jordan kritisieren – er ist sehr angenehm und auch bildhaft, aber irgendwie hatte man das Gefühl, sie wisse selbst nicht genau, wie die Wesen aussehen, die sie selbst erschaffen hat. Oder sie hat einfach nicht darüber nachgedacht, dass die Leser nicht automatisch das sehen, was sie sieht.

In meiner Vorstellung habe ich einen Menschen mit Fledermausflügeln, schillender Haut, Krallen und Höcker auf der Nase vor Augen – doch dann kommt die Aussage, dass das größte Geheimnis der Draki die Wandlung zum Menschen ist. Aber laut der Beschreibung müsste das doch offensichtlich sein, oder nicht?


FAZIT


Alles in allem hat mich der Roman schon überzeugt. Ich war auch der festen Überzeugung, ich würde 5 Bücher vergeben, da ich so zufrieden und voller Endorphine war, nachdem ich es durch hatte. Doch jetzt mit all den Fakten vor Augen muss ich wenigstens ein Buch abziehen, so schwer mir das auch fällt. Ich weiß selbst, wie paradox das klingt, aber ich kann es trotz der Mängel absolut weiterempfehlen und ich freue mich schon überdimaßen auf die Fortsetzung.


DIE AUTORIN


Foto von Sophie Jordan

Sophie Jordan wuchs auf einer Farm in Texas auf. Die geheimnisvollen Höhlen in den Bergen inspirierten sie schon früh zu Geschichten über Drachen und Jäger. Bevor sie das Schreiben zum Beruf machte, arbeitete sie viele Jahre als Englischlehrerin. Heute lebt die New York Times-Bestsellerautorin mit ihrer Familie in Houston.


DIE REIHE


FIRELIGHT-TRILOGIE


  1. Brennender Kuss | Firelight (Firelight #1)
  2. Flammende Träne | Vanish (Firelight #2)
  3. Leuchtendes Herz | Hidden (Firelight #3)
  4. — | Breathless (Firelight #3.5)


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ORIGINALCOVER


Cover: Firelight | Sophie Jordan

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