[Rezension] Liebe geht durch alle Zeiten 01 – Rubinrot von Kerstin Gier

rezension


Cover: Rubinrot | Kerstin GierDie Autorin: Kerstin Gier

Dt. Reihentitel: Liebe geht durch alle Zeiten

Dt. Titel: Rubinrot

Band: 1/3

Dt. Erstausgabe: 01.01.2009

Verlag: Arena

Altersempfehlung: 12 – 15 Jahre

Genre: Jugendbuch | Zeitreise-Roman

 

Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Das man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert!


INHALT


Gwendolyn wächst in einer Familie auf, die alles andere als normal ist. Tante Maddy hat Visionen, Gwendolyn selbst sieht Geister und ihre Cousine Charlotte soll ein Zeitreise Gen besitzen. Allerdings stellt sich heraus, dass Gwen das Gen besitzt, wodurch die Familienverhältnisse sich eher zum Schlechten verändern. Als wären die ungewissen Zeitsprünge nicht genug, wird ihr auch dauerhaft misstraut, niemand ist bereit, ihr etwas zu erklären und alle bemängeln, dass sie nicht so gut vorbereitet ist wie ihre Cousine. Der einzige Silberstreif ist Gideon – doch kann sie ihren Gefühlen trauen?


DIE CHARAKTERE


Gwendolyn ist 16 1/2 und offensichtlich das schwarze Schaf der Familie. Sie hat als einzige dunkelbraune, fast schwarze Haare und ist nicht so abgemagert wie ihre Cousine. Außerdem sieht sie Geister und scheint als Einzige ihre Tante Maddy zu mögen, die offensichtlich Visionen hat. Im Gegensatz zu ihrer Cousine Charlotte, die von klein auf wegen des Zeitreise-Gens gedrillt wurde, hatte Gwen eine behütete und halbwegs normale Kindheit und Jugend mit Freunden, die ihr mit Rat und Tat zu Seite stehen, sowie ihren beiden jüngeren Geschwistern, die sie abgöttisch lieben. Als sich dann herausstellt, dass Gwendolyn besagtes Gen geerbt hat und dazu verdammt ist, in der Zeit zu springen, wird die Lage im Hause Montroses nur noch angespannter. Ihre Tante und ihre Cousine haben nichts besseres zu tun, als sie unentwegt zu trietzen und ihre arme Mutter wird von so ziemlich jedem unter Beschuss genommen. Darüber hinaus scheint jeder zu vergessen, dass die Arme auch noch unvorbereitet zwischen den Zeiten pendeln muss und dann ist da auch noch Gideon, der ihrer Gefühlsachterbahn nicht gerade ein Ende bereitet.

Trotz dieser Umstände überzeugt die Protagonistin mit Mut, Charme und Humor. Sie ist hilfsbereit und beweist wahre Größe, in dem sie Mitgefühl für ihre Cousine aufbringt, die wirklich gemein ist. Außerdem lässt sie sich nicht bevormunden und versucht, sich ein eigenes Bild zu machen anstatt blind zu glauben, was man ihr sagt.

Gideon ist das ziemlich undurchsichtige Gegenstück unserer Protagonistin. Er ist groß, dunkelhaarig und sehr gutaussehend, nebenher ist er überaus talentiert und gut ausgebildet. Von klein auf wurde ihm eingetrichtert, was er zu glauben hat und so ist es nicht verwunderlich, dass er der Geheimgesellschaft nicht gerade mit Skepsis gegenübertritt. Ganz im Gegenteil teilt er ihre Auffassungen und folgt blind jedem Befehl. Allerdings hat er neben seiner ernsten Seite durchaus auch Humor und Mitgefühl und auch wenn er noch nicht zu wissen scheint, was er von Gwendolyn halten soll, so fühlt er sich wohl doch zu ihr hingezogen. Ihre unkonventionelle Art muss ja auch einfach erfrischend sein neben all den ernsten Gestalten.


MEINE MEINUNG


Rubinrot“ von Kerstin Gier ist der wundervolle Auftakt ihrer Edelstein-Trilogie. Ich hatte schon so viel davon gehört und so ziemlich jeder hat mir geraten, die Reihe zu lesen, dass ich schon aufgeregt war bevor ich überhaupt angefangen hatte. Allerdings hatte ich mir die Geschichte total anders vorgestellt, aber ich muss sagen, ich bin froh, dass sie nicht wie in meiner Vorstellung ist. Meine Fantasie bezüglich Zeitreisen war doch ziemlich lahm.

Der Einstieg ist schon sehr gelungen. Der Roman startet mit einem Prolog, der viel Raum für Spekulationen lässt und durch den dazu passenden Epilog abgerundet wird. Es ist in der Ich-Perspektive geschrieben, was aber ziemlich passend ist. Nicht nur, dass man besser in die Figur der Gwendolyn eintauchen kann – es schürt auch weiter das Geheimnisvolle, weil der Leser nicht mehr erfährt als die Protagonistin selbst. Allerdings führt das bei mir dazu, dass ich manchmal richtig sauer bin, wenn Gwen wieder schlecht behandelt wird und sie so ruhigt bleibt. Da möchte ich sie jedes Mal schütteln.

Gideon passt sehr gut in seine Rolle – lässt er sich doch genauso wenig in die Karten gucken wie all die anderen Geheimniskrämer in der Geschichte.

Besonders gefällt mir, dass es so gut wie keine sinnlosen Szenen gab. In jeder Szene passiert irgendetwas, was wichtig für den Verlauf der Handlung ist. Gerade nach dem langweiligen Fiasko mit „Göttin des Meeres“ von P. C. Cast kommt es mir doch sehr gelegen, nicht wieder ein langatmiges Buch zu lesen.

Alles in allem ist es eine spannende Geschichte, die mir das Zeitreisen-Thema schmackhaft gemacht hat. Es liest sich schnell und flüssig weg, es wird nicht langweilig und man fiebert nicht nur mit, sonder lacht auch noch herzlich dabei.


FAZIT


Volle Punktzahl für einen Roman, bei dem ich nichts zu bemängeln habe und der einfach toll zu lesen ist!


DIE AUTORIN


Foto von Kerstin Gier

Kerstin Gier ist Bestsellerautorin und schreibt überaus erfolgreiche Bücher für Jugendliche und Erwachsene. Ihre Leser lieben die Romane besonders für ihren einmaligen Witz, ihren unvergleichlichen Erzählton und ihre perfekte Mischung aus Humor, Romantik und Spannung. Die Autorin lebt mit ihrer Familie und zwei Katzen in der Nähe von Köln.


DIE VERFILMUNG


(2013) Rubinrot


DIE REIHE


LIEBE GEHT DURCH ALLE ZEITEN TRILOGIE


  1. Rubinrot
  2. Saphirblau
  3. Smaragdgrün

4 Gedanken zu „[Rezension] Liebe geht durch alle Zeiten 01 – Rubinrot von Kerstin Gier

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