[Rezension] Schattenblüte 01 – Die Verborgenen von Nora Melling

rezension


Cover: Die Verborgenen | Nora MellingDie Autorin: Nora Melling

Dt. Reihentitel: Schattenblüte

Dt. Titel: Die Verborgenen

Band: 1/3

Dt. Erstausgabe: 01.11.2010

Verlag: rororo

Genre: Urban Fantasy

LESEPROBE

Eine Liebe‚ stärker als der Tod Seit dem Tod ihres Bruders ist für Luisa nichts mehr, wie es war. Sie beschließt zu sterben. Aber kurz vor dem letzten Schritt hält jemand sie auf: Thursen nennt sich der Junge mit den ­geheimnisvollen Schattenaugen. Mit einer Gruppe ­Jugendlicher lebt er im Wald, und er spürt Luisas Schmerz. Die «Verborgenen» können ihre Gestalt ändern: Sie sind ­Werwölfe. Mit jeder Verwandlung wird Thursen mehr zum Tier – und die Erinnerungen an sein vorheriges Leben verblassen. Bald wird er ganz Wolf sein. Dann hat Luisa auch ihn verloren. Für ihre große Liebe ­würde sie alles tun. Doch reicht das, um Thursen zu retten?


INHALT


Nach dem Tod von Luisas kleinerem Bruder, Fabian, beschließen ihre Eltern, dass es besser sei, ein neues Leben in Berlin anzufangen. Allerdings ist Luisa da ganz anderer Meinung – losgelöst von allem, was ihr vertraut war, übermannt sie die Verzweiflung und sie versucht, sich im Grunewald von einem Turm zu stürzen. Genau in dem Moment, in dem sie sich fallen lässt, wird sie nach hinten gezogen. Überfordert mit der Situation, ist sie zunächst unfähig zu reagieren, was vielleicht auch mit dem mysteriösen Mann zu tun hat, der sie direkt in seinen Bann schlägt. Er stellt sich als Thursen vor und er scheint einem Schwarz-/Weiß-Film entflohen zu sein – an ihm sind die verschiedensten Grautöne zu sehen, allerdings kein Fleckchen Farbe. Doch so schnell wie er aufgetaucht ist, so schnell verschwindet er wieder. Luisa kann nicht aufhören, an ihn zu denken, und begibt sich auf die Suche…


DIE CHARAKTERE


Luisa wird alles zu viel und sie verliert ihren Lebensmut. Das Einzige, das sie vom Tod noch trennt, ist der mysteriöse Thursen. Ihr Charakter überzeugt vor allem mit Unbeständigkeit und unkontrollierbarem Verhalten. Sie ist impulsiv und wankelmütig und ihr Ausweg aus der Situation ist die Auflehnung gegen ihre Eltern und das Bildungssystem. Den ganzen Roman über wird man nicht so recht warm mit ihrer Person, aber zu sagen, dass man sie nicht mag, wäre auch nicht wahr.

Thursen ist der wahre Held in diesem Roman. Nicht nur, dass er unserer Protagonistin das Leben rettet, er beschützt sie auch weiterhin, ganz gleich mit welchen Launen sie ihn konfrontiert. Er ist aufmerksam und liebevoll, jedoch hat auch er seine Probleme.
Thursen war einst am selben Punkt wie Luisa. Auch er hat eine Menge verloren doch zahlt er einen weitaus höheren Preis als das Leben, um zu vergessen. Obwohl er fast an seinen eigenen Problemen zerbricht, lädt er sich ohne zu zögern Luisas gleich mit auf. Er würde sein Leben für sie geben und lässt keine Schwäche zu.


MEINE MEINUNG


Schattenblüte – Die Verborgenen“ von Nora Melling ist ein ziemlich schwieriger Roman. Schnell wird einem klar, dass ein komplexer Satzbau und detaillierte Beschreibungen Mangelware sind. Durch die Ich-Perspektive kriegt der Leser Einblicke in die gestörte Gefühlswelt der Protagonistin, was eine ziemlich polarisierende Wirkung auf mich hatte. Zum Einen wurde meine negativen Eindrücke von Luisa verstärkt, andererseits konnte ich vieles so auch besser verstehen.

Allgemein herrscht stets eine sehr düstere Stimmung. Das Thema Tod schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Geschehen und man kann die Verzweiflung zwischen den Zeilen förmlich riechen. Doch vor diesem Hintergrund eine Werwolfs-Geschichte aufzubauen ist geradezu beeindruckend. Die Wölfe sind jenseits von Gut- und Böse und Lykanthropie als eine lebenserhaltende Maßnahme darzustellen ist etwas völlig Neues.

Allerdings ist das einzig Beeindruckende das Neue daran. Die Wölfe an sich sind eher schwach. Aus Verzweiflung und Todessehnsucht geboren, entspringen diese Werwölfe keiner einzigen Legende. Die Menschen in Berlin halten sie sogar alle für Hunde – es kann doch nicht sein, dass nicht mal einem Jäger auffällt, dass er es mit Wölfen zu tun hat.

Die Handlung entbehrt jeder Logik und Kontinuität. Man hat teilweise das Gefühl, die Autorin hätte den Faden verloren und in der Mitte muss der Leser eine ziemlich lange Durststrecke ertragen. Immerhin kommt zum Schluss noch ein wenig Schwung in die Sache und, wie zu erwarten, strotze das Finale vor Tragik, aber immerhin kann man am Ende fast von einem Happy End reden.


FAZIT


Wer sich nicht die Stimmung vermiesen lassen will, sollte die Finger von diesem Roman lassen. Doch wer eine düstere Atmosphäre verkraften kann, macht keinen absoluten Fehlgriff, denn die Originalität macht einiges wieder wett.


DIE AUTORIN


Foto von Nora Melling

Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebte sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch erst einmal machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studium nach Berlin, bevor sie sich den Traum erfüllte, ihren ersten Roman zu schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren, wo sich auch ihre Werwölfe tummeln.

Weitere Informationen unter:

http://www.noramelling.de/


DIE REIHE


SCHATTENBLÜTE-TRILOGIE


  1. Die Verborgenen
  2. Die Wächter
  3. Die Erwählten

3 Gedanken zu „[Rezension] Schattenblüte 01 – Die Verborgenen von Nora Melling

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