[Rezension] Shadow Falls Camp 01 – Geboren um Mitternacht von C. C. Hunter

rezension


Cover: Geboren um Mitternacht | C. C. HunterDie Autorin: C. C. Hunter

Die Übersetzerin: Tanja Hamer

Originalcover: Born At Midnight (Shadow Falls #1)

Dt. Reihentitel: Shadow Falls Camp

Dt. Titel: Geboren um Mitternacht

Band: 1/5

Dt. Erstausgabe: 21.06.2012

Verlag: Fischer FJB

Genre: Jugendbuch | Urban Fantasy

LESEPROBE

In Kylies Leben geht alles schief: Ihre Eltern lassen sich scheiden, ihr Freund hat Schluss gemacht, und ihre Mutter schickt sie auch noch in ein Sommercamp. Doch Shadow Falls ist anders: Hierher kommt nur, wer übernatürliche Kräfte hat – Feen, Hexen, Vampire, Gestaltwandler und Werwölfe. Auch Kylie soll besondere Fähigkeiten haben – wenn sie nur wüsste, welche …

Doch plötzlich wird das Camp bedroht. Nur, wenn sie alle ihre besonderen Kräfte gemeinsam einsetzen, werden sie die übermächtigen Feinde besiegen können.


INHALT


Kylie ist völlig fertig mit der Welt. Kurz nach der Beerdigung ihrer Großmutter und der Trennung von ihrem Freund muss sie auch noch mitansehen wie ihr Vater sie und ihre Mutter verlässt. Sie muss ausgerechnet bei ihrer Mutter bleiben, dabei versteht sie sich doch viel besser mit ihrem Vater. Um sich abzulenken, geht sie auf eine Party, die jedoch unsanft von der Polizei beendet wird. Als Konsequenz darauf, dass ihre Mutter sie vom Polizeipräsidium abholen musste, schickt sie Kylie in ein Camp für schwer erziehbare Kinder. Schnell stellt sich heraus, dass das Camp aber ganz andere Ziele verfolgt…


DIE CHARAKTERE


Kylie musste viel durchmachen und ist seitdem ein emotionales Wrack. Sie ist so verloren, dass sie sich an das bisschen Realität klammert, die die Welt ihr noch zu bieten hat. So freundet sie sich lieber mit der Vorstellung eines Hirntumors an oder den Glauben, verrückt zu sein, anstatt zu akzeptieren, dass sie übermenschlich sein könnte. Sie ist ziemlich distanziert, urteilt vorschnell und überaus wankelmütig. Das macht sie unberechenbar, aber auch interessant. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich aber weiter und wird einem durchaus sympathisch.

Lucas ist der klassische Bad Boy. Alles an ihm betont seine dunkle und mysteriöse Aura. Als Werwolf wird er natürlich gerne in eine Schublade gesteckt, vor allem da er als kleiner Junge offensichtlich Kylies Katze gefressen hat. Doch nach und nach lüftet sich der mysteriöse Schleier und ein interessanter, aber komplizierter Mann kommt zum Vorschein.

Derek ist der scheinbare Gegenpart zu Lucas. Mal ganz davon abgesehen, dass er eine Fee ist, was generell viel freundlicher klingt als Werwolf, kann er mit Tieren kommunizieren und Leute beruhigen. Ich weiß, das klingt sehr positiv, aber kann man jemanden trauen, der jedermanns Gefühle kontrollieren kann? Diese Frage stellt sich auch Kylie, aber das scheint auch das einzige Manko zu sein. Praktischerweise erinnert er sie an ihren Exfreund Derek, aber natürlich schneidet er im Ranking besser ab.

Della ist eine Vampirin und Kylies Mitbewohnerin. Sie ist augenscheinlich sehr selbstbewusst und direkt, aber hinter ihrer Fassade verbirgt sich ein Mädchen, das ihre Familie über alles liebt und die von der angespannten Situation mit ebendieser ziemlich fertig ist.

Miranda ist ein bunter Vogel und eine Hexe. Ihre Familie stellt ziemlich hohe Erwartungen an ihre Tochter da sie die zukünftige Hohepriesterin werden soll. Allerdings kommt ihr ihre Legasthenie in die Quere, die es ihr unmöglich macht, einen gescheiten Zauberspruch zustande zu bringen. Sie ist übrigens die zweite Mitbewohnerin von Kylie und neben ihrer mädchenhaften Schwärmereien eine überaus gute Freundin.


MEINE MEINUNG


Shadow Falls Camp – Geboren um Mitternacht“ von C. C. Hunter hat mir, wie erwartet, viel Freude bereit. Die Seiten flogen förmlich dahin und ich war wirklich traurig als es vorbei war, immerhin muss ich mich in Geduld üben bis Teil 2 erscheint.

Die Geschichte war jugendhaft frisch und mit ihrem lockeren Schreibstil, kreierte Hunter eine angenehme Atmosphäre, die einen großen Teil des Lesevergnügens ausmachte. Allerdings empfand ich den allwissenden Erzähler als unpassend. Die Ich-Perspektive wäre bei diesem Roman weitaus weniger verwirrend gewesen.

Die Charaktere erschienen am Anfang wie die Klischees eines schlecht karikierten High School-Alptraums doch im Laufe des Romanes nahmen sie Form an und entwickelten Tiefgang. Vor allem und – Gott sei Dank! – schaffte es die Protagonistin, ihren emotionalen Ballast weitgehend aus der Welt zu schaffen und konnte nach anfänglichen Startschwierigkeiten ihre Ängste überwinden und akzeptieren, was sie ist.

Ein leidiges Thema war auch in diesem Roman die klassische Dreiecksgeschichte, beziehungsweise beizeiten sogar Vierecksbeziehung. Vertrete ich normalerweise die Meinung, dass sich gewisse Thematiken unweigerlich wiederholen, so war es in diesem Fall völlig unangebracht und zehrte an meinen Nerven. Vor dem Hintergrund dieses Liebesfiaskos kann ich mich einfach nicht völlig mit Kylie anfreunden.

Positiv überrascht wurde ich durch die Differenzen zwischen den verschiedenen Wesen. Dass das Camp dazu dient, dem Frieden in der Mythenwelt zu wahren, ist ein ziemlich tiefgründiger Gedanke, der den Verdacht nahelegt, dass das Thema „Rassismus“ zwischen den Zeilen versteckt ist. Ebenso Bandenkriege und -rivalität spielen eine zentrale Rolle.

Geboren um Mitternacht“ ist in sich schlüssig und hat ein gutes und sinniges Ende gefunden, das dennoch genug Ungereimtheiten offen lässt, um dem Leser Lust auf mehr zu machen.


FAZIT


4/5 Bücher für einen Roman, der, trotz einiger Kritikpunkte, Spaß und Spannung vereint und seriöse Themen für Jugendliche zugänglich macht.


DIE AUTORIN


Foto von C. C. Hunter

Schon als Kind liebte C.C. Hunter Glühwürmchen, lief am liebsten barfuß und rettete mögliche Märchenprinzen in Form von Fröschen vor ihren Brüdern. Auch wenn sie heute meist Schuhe trägt, ist sie immer noch von Glühwürmchen fasziniert. Sie rettet inzwischen nicht mehr nur Frösche, sondern auch andere Tiere, und hat einen Märchenprinzen gefunden. Mit ihm, drei Katzen und einem Hund lebt sie in Texas – und wenn sie nicht gerade liest, schreibt oder Zeit mit ihrer Familie verbringt, fotografiert sie gerne.


DIE REIHE


SHADOW FALLS CAMP PENTALOGIE


  1. — | Turned At Dark (Shadow Falls #0.5) (enthalten in ‚Almost Midnight‘)
  2. Geboren um Mitternacht | Born At Midnight (Shadow Falls #1)
  3. Erwacht im Morgengrauen | Awake At Dawn (Shadow Falls #2)
  4. Entführt in der Dämmerung | Taken At Dusk (Shadow Falls #3)
  5. Verfolgt im Mondlicht | Whispers At Moonrise (Shadow Falls #4)
  6. Bei Sonnenaufgang | Saved At Sunrise (Shadow Falls #4.5) (enthalten in ‚Almost Midnight‘)
  7. Erwählt in tiefster Nacht | Chosen At Nightfall (Shadow Falls #5)


SHADOW FALLS: AFTER DARK TRILOGIE


  1. Aus der Finsternis | Unbreakable (Shadow Falls: After Dark #0.5) (enthalten in ‚Almost Midnight‘) (erscheint im Februar 2016)
  2. Im Sternenlicht | Reborn (Shadow Falls: After Dark #1)
  3. Unter dem Nachthimmel | Eternal (Shadow Falls: After Dark #2)
  4. — | Spellbinder (Shadow Falls: After Dark #2.5) (enthalten in ‚Almost Midnight‘)
  5. Im Dunkel der Nacht | Unspoken (Shadow Falls: After Dark #3) (erscheint im Februar 2016)


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ORIGINALCOVER


Cover: Born At Midnight | C. C. Hunter

2 Gedanken zu „[Rezension] Shadow Falls Camp 01 – Geboren um Mitternacht von C. C. Hunter

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